Biomechanik und Ganganalyse bei der Versorgung mit Sensomotorischen Fußorthesen (SMFO)
Wissenschaft trifft Handwerk: Theorie und Praxis im Einklang
Am 13. Dezember 2025 endete der dritte Teil der Lehrgangsreihe zum zertifizierten SMFO-Versorger nach dem Curriculum der Studiengemeinschaft für Orthopädieschuhtechnik e.V. Nach einer individuellen Selbstlernphase und zwei Webinaren unter der Leitung von Dipl. Ing. OSM Thomas Stief (ts² analytiX motion lab) stand kurz vor Weihnachten die praktische Umsetzung der videogestützten Bewegungsanalyse im Mittelpunkt.
Im Analyselabor der Bundesfachschule starteten die Teilnehmenden mit einer kompakten Einweisung in Setup und Standards: Kamerapositionen, Beleuchtung, Bildausschnitt, Kalibrierung sowie Anforderungen an Kleidung und Schuhwerk. Anschließend wurden Marker an definierten anatomischen Landmarken platziert, um relevante Bezugspunkte sicher zu identifizieren und die spätere Auswertung reproduzierbar zu machen. Dieser Schritt wurde bewusst praxisnah durchgeführt, damit auch typische Fehlerquellen sichtbar werden, etwa durch ungenaue Markerplatzierung, Perspektivfehler, Faltenwurf oder Reflexionen.
Danach folgten Aufnahmen auf der Gangstrecke in verschiedenen Ebenen. Die Gruppe sichtete die Sequenzen gemeinsam, verglich unterschiedliche Einstellungen und diskutierte Kriterien wie Bildqualität, Achsverläufe, Schrittparameter und wiederkehrende Auffälligkeiten. Ein besonderer Fokus lag darauf, Beobachtungen methodisch sauber zu trennen: Was ist Messartefakt, was ist tatsächliches Bewegungsverhalten – und welche Schlussfolgerungen sind für die Versorgungspraxis belastbar? Ergänzend wurden Hinweise zur Dokumentation, zu Befundstruktur und zur Ableitung von Versorgungszielen erarbeitet, damit die Analyse nicht „nur interessant“ bleibt, sondern in klare nächste Schritte überführt werden kann.
Neben den Kursteilnehmenden nahmen auch interessierte Meisterschüler des Meistervorbereitungskurses 25/26 teil. Der fachliche Austausch zwischen beiden Gruppen brachte zusätzliche Perspektiven ein und stärkte die Verzahnung von Fortbildung und Meisterausbildung. Mit dem dritten Modul ist damit eine solide Grundlage gelegt, um Analysekompetenz sicher anzuwenden und in den folgenden Lehrgangsteilen weiter zu vertiefen.




